Mein Alltag als Schaf

Neuigkeiten aus dem Tierreich

Ich bin nicht das einzige Tier, das gelegentlich etwas erlebt. Immer wieder gibt es auch Interessantes von anderen zu berichten. Als Service für meine Leser durchforste ich das Internet fortwährend nach spektakulären oder wenigstens bemerkenswerten Meldungen. Die Neuigkeiten aus dem Tierreich halten Dich stets auf dem Laufenden, vor allem über das Treiben anderer Schafe.

Seit 2008 funktioniert diese Rubrik ein bisschen „tickermäßiger”, mit kürzeren, dafür zahlreicheren Meldungen.

Ermittlungen gegen Elefanten

16. 9. 2009 · Nachrichten ·

Die Polizei in Südkorea ermittelt gegen einen Elefanten, der eine Zoobesucherin gezielt mit einem Stein beworfen haben soll. Das vermeintlich Opfer, eine Frau – wie soll sie auch anders heißen? – Kim behauptet einen gezielten Angriff seitens des 35-jährigen Taesani. Bislang gibt es aber keine Beweise und der mutmaßliche Täter verweigert die Aussage.

Schafe schrumpfen

6. 7. 2009 · Nachrichten ·

Ich bin ja immer wieder begeistert, wozu die Evolution so imstande ist. Forscher haben festgestelllt, dass Soay-Schafe auf den Äußeren Hebriden in den vergangenen 24 Jahren sichtbar geschrumpft sind. Verantwortlich ist ausnahmsweise nicht die Finanzkrise, sondern der Klimawandel.

Schwule Pinguine kümmern sich um Küken

6. 6. 2009 · Nachrichten ·

Bremerhaven ist in Pinguinkreisen schon lange als Schwulenhochburg bekannt. Jetzt zeigen die beiden Pinguine Z und Vielpunkt (coole Namen übrigens!), dass schwule Pinguine auch Vaterpflichten übernehmen können. Ein Ei, das Pfleger dem Männerpaar untergejubelt haben, haben die beiden als das ihre akzeptiert und kümmern sich jetzt vorbildlich. Erst haben sie das Ei abwechselnd ausgebrütet, jetzt verwöhnen sie das Küken mit vorverdautem Fischbrei. Rührend.

Baby-Elefant live & Fahndung nach Teddybär

17. 5. 2009 · Nachrichten ·

Vermisster Teddy

Foto: Polizeidirektion Göttingen/news-aktuell

Aktuelle Tiernachrichten in Kurzform:

Im Zoo Antwerpen wurde ein Elefantenbaby geboren und es gibt eine Live-Übertragung aus dem Stall.

Die Polizeidirektion Göttingen bittet um Mithilfe bei der Suche nach einem Teddybären, der seit gut einer Woche in Göttingen vermisst wird. Er hat nur ein Auge und trägt ein auffälliges Hemd.

Die Schweinegrippe interessiert keine Sau mehr.

Ich habe seit ein paar Wochen auch einen Twitter-Account: Als meinekleinefarm liefere ich dem Publikum, das sind aktuell immerhin 330 Follower, dort den ganzen Tag über Tiergeräusche – in Kooperation mit Kühen, Gänsen und anderen Mitstreitern.

Schwarze Schafe wider Willen

18. 2. 2009 · Nachrichten ·

Immer Ärgen mit den Plagiaten: Zum professionellen Schafsein gehört mehr als nur wolliges Äußeres und ein treuer Blick – das erfuhren unlängst sechs als Schafe kostümierte Karnevalisten in Sachsen-Anhalt am eigenen Leib. Eines der Anfängerschafe hatte sein Fell an einer Wunderkerze entflammt und die anderen entpuppten sich daraufhin nicht als Feuerlöschtalente: «Als weitere ebenfalls als Schafe verkleidete Gäste helfen wollten, fingen auch sie Feuer.»

(via)

9.998, 9.999, 10.000

12. 1. 2009 · Nachrichten ·

The Sheep Market (Bildschirmfoto)

Schaf 6281 ist zweifelsohne eines der gelungeneren Tiere. Aufgabe war übrigens, nach links guckende Schafe zu malen.
Bildschirmfoto

Puh, ist das anstrengend, 10.000 Schafe zu zählen. Kann man aber machen, schon immer in seinem Kopf und neuerdings auch beim Sheep Market. Zählen macht bei den dort gezeigten Zeichnungen jedenfalls mehr Spaß als bewundern – es sei denn, man hat eine abartige Veranlagung für verkrüppelte Tiere. Eigentlich soll mit dem Projekt für eine moderne Dienstleistung geworben werden, Mitarbeiter von Mechanical Turk haben die Tiere nämlich selber gemalt. Das Honorar von 0,02 US-Dollar pro Bild bildet zusammen mit den Ergebnissen einen eindrucksvollen Beweis der alten Wirtschaftsweisheit »You get what you pay for«.

Die Hongkonger Stadtmusikanten, Teil 1

25. 11. 2008 · Nachrichten ·

Etwas Besseres als den Tod finde ich woanders allemal, wird sie sich gedacht haben. Und dann hat die Schildkröte den Koch des Feinschmeckerlokals in Hongkong, wo sie auf der Speisekarte stand, durch einen gezielten Biss in den Zeh außer Gefecht gesetzt, um anschließend die Flucht zu ergreifen.

Waldi und Dumbo wollen auch mal in die Zeitung

6. 9. 2008 · Nachrichten ·

An sich verstehe ich, dass andere Tiere, also Mitglieder der Gattung Nichtschafe, auch mal im Mittelpunkt stehen wollen. Hunde sind ja sowieso die Medienhuren unter den Nichtschafen, aber 13 Golfbälle fressen, um auch mal in die Zeitung zu kommen, das ist eine neue Dimension. Und wird nur in den Schatten gestellt von diesen großen asiatischen Nichtschafen mit Rüssel, Laien sagen Elefanten. Mehr Schein als Sein, fällt mir dazu nur ein – von wegen immer brav zur Schule gehen und auf zivilisierte Dorfbewohner machen. Ist alles nur Fassade, die sind doch alle drogensüchtig. Die einen begnügen sich mit überreifen Früchten, die anderen brauchen härteren Stoff, Heroin zum Beispiel.

Vielseitig: Schafe als Botschafter, Geschenk, Preis und Kleidung

2. 9. 2008 · Nachrichten, Stallmitteilung ·

Eins ist mal klar: Schafe rulen. Kein Wunder also, dass Ihr Menschen von uns im Allgemeinen und von mir im Besonderen nicht genug kriegen könnt. So deute ich die Zuschriften, die mich regelmäßig erreichen. Und ich bin tatsächlich wild entschlossen, mal wieder aus meinem Leben zu berichten. Dumm nur, dass meistens einfach nichts passiert, was aufzuschreiben sich lohnte. Und die Drogen, die ich brauchen würde, um mir was abgedrehtes auszudenken, hat man mir weggenommen.

Zum Glück gibt es ja noch ein paar andere Schafe auf diesem schönen Planeten, aus deren Leben sich zu berichten lohnt. Vier Kollegen haben kürzlich einen Gottesdienst mitgestaltet. Mussten zwar unbezahlte Kirchenpromotion machen, aber was tut man nicht alles für Ruhm und Ehre? Über Schafe freuen können sich nicht nur hiesige Kirch-, sondern auch irakische Moscheengänger. Nachdem die Vereinigten Staaten ihnen erst die Demokratie geschenkt haben, kriegen sie jetzt auch noch Spielzeugpuppen und Schafe obendrauf. Für lau – da haben es die Teenager in Markgröningen schon schwerer: Die müssen beim »Schäferlauf« zu den Klängen der Sackpfeife 300 Meter schneller barfuß laufen als die anderen Mitmacher und sich hinterher eine alberne Krone aufsetzen, bevor sie ein Schaf geschenkt bekommen. Der Schäferlauf ist – um zu einem weiteren Thema zu kommen – rund die 5000 Jahre jünger als Ötzi, die Gletschermumie, der sich im Nachhinein als ziemlicher Lump entpuppt: Anstatt sich irgendwo was vernünftiges anzuziehen zu kaufen, hat der Geizhals einfach Kleidung aus toten Schafen getragen. Wahrscheinlich eine weiße Mütze.

Eilmeldung: Fußballspiel bringt 1111 Schafe in Todesgefahr

25. 6. 2008 · Nachrichten ·

Aus Gründen der Anteilnahme mit Millionen Schafen, die um ihre Artgenossen bangen, hat das ZDF bereits seinen Videotext schwarz eingefärbt.

Dass ich den sogenannten »Sport« Fußball ablehne, habe ich ja anlässlich der Weidenzerstörung im eigenen Land vor zwei Jahren schon deutlich gemacht. Dieser Bundeslöwe sollte seine Jungs statt Nuss-Nougat-Creme doch mal einen Happen Gras fressen lassen, dann würden sie mit dem Grün vielleicht etwas respektvoller umgehen.

Heute Abend wollen die deutsche und die türkische Nationalmannschaft in Basel gemeinsam einen schönen Rasen kaputtmachen. Wenn ich das schon nicht verhindern kann, drücke ich wenigstens den Deutschen die Pfoten. Du, lieber Leser, solltest das auch tun, denn: Wenn die Türken gewinnen, werden in ihrem Heimatland 1111 Schafe umgebracht. Wenn Du keine Pfoten zum Drücken hast, nimmst Du einfach Deine Daumen.

Nachtrag: Glück gehabt. Danke an die Herren Schweinsteiger, Klose und Lahm!

Schaf im Anti-Terror-Einsatz

18. 6. 2008 · Nachrichten ·

Eine zweifelhafte Ehre wurde einem Artgenossen zuteil, der dem amerikanischen Katastrophen-Experten Richard Gould in die Finger geraten war. Um es kurz zu machen: Das Schaf schlug ein wie eine Bombe. Und zwar so ziemlich im Wortsinn. Der werte Herr Forscher wollte sich mal ganz genau angucken, welche Folgen so ein Selbstmordattentat hat, war aber zu feige, sich den Sprengstoffgürtel selber umzuschnallen. Wozu auch, wenn man doch ein Schaf nehmen kann? Dem armen Tier wurde ein Dynamitgürtel angelegt, dann wurde es in ein Auto verfrachtet, anschließend wurden Auto, Gürtel und Schaf in die Luft gejagt. Ergebnis: »Wir haben noch Schafteile in hundert und mehr Metern Entfernung gefunden.« Kampf gegen den Terror hin, Kampf gegen den Terror her – ein Schaf in die Luft zu sprengen ist ein dicker Hund. Wenn man es genau betrachtet, ist das nicht nur ein dicker Hund, man hätte für dieses Experiment auch besser einen solchen genommen.

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