Mein Alltag als Schaf

Neuigkeiten aus dem Tierreich

Ich bin nicht das einzige Tier, das gelegentlich etwas erlebt. Immer wieder gibt es auch Interessantes von anderen zu berichten. Als Service für meine Leser durchforste ich das Internet fortwährend nach spektakulären oder wenigstens bemerkenswerten Meldungen. Die Neuigkeiten aus dem Tierreich halten Dich stets auf dem Laufenden, vor allem über das Treiben anderer Schafe.

Seit 2008 funktioniert diese Rubrik ein bisschen „tickermäßiger”, mit kürzeren, dafür zahlreicheren Meldungen.

Schafherde gegen ICE

1. 5. 2008 · Nachrichten · Drucken

Der Zugführer hätte sicher lieber Licht am Ende des Tunnels als Schafe mitten im Tunnel gesehen. Aber: Die Schafe aus Fulda haben sich den Verlauf des Tages vermutlich auch anders vorgestellt. Die Begegnung ging unentschieden aus, Schafherde und ICE sind beide kaputt. Gerüchten zufolge stehen Schafe seither auf der Speisekarte in den Bordrestaurants der Bahn.

Hütet Euch vor Kirgistan

11. 1. 2008 · Nachrichten · Drucken

Reisewarnung an alle Schafe: Meidet Kirgistan. Die Leute da gehen in ihrer Freizeit dem Kok-Buru-Sport nach. Das ist eine Mischung aus Polo und Rugby. Aus Schafperspektive ist bedenklich, dass die beiden berittenen Mannschaften versuchen, ein totes Schaf über die gegnerische Ziellinie zu bringen. Die Siegermannschaft darf das Tier auch noch aufessen. Warum dieses Spiel mit Schafen gespielt wird: Weil sie besser schmecken als Bälle.

Das war 2007

19. 12. 2007 · Nachrichten · Drucken

Hast Du dieses Jahr die Nachrichten auf meiner Website vermisst? Gar geglaubt, ich sei zu bequem, mich tagtäglich durch die Weltpresse zu arbeiten, um Dich über die Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten und so meinem Anspruch als führendes Schaf im Internet gerecht zu werden. Dann wirst Du jetzt erleichtert aufatmen, nachdem ich mir heute erlaubt habe, für Dich auf die wichtigsten Schafsnachrichten des zu Ende gehenden Jahres zurückzublicken. Du bekommst von mir alles, was auch bei vergleichbaren Veranstaltungen im Fernsehen Quote bringt: Bizarres, Harmonie, Freud, Leid, Sex, Crime, Promis – und nicht zu vergessen: körperliche Fehlbildungen. Weiterlesen…

Life’s a Treat

9. 12. 2007 · Nachrichten · Drucken

CD-Cover

Natürlich kennst Du Shaun. Shaun das Schaf, im englischen Original: Shaun the Sheep, tritt im Fernsehen auf und ist extrem cool. Gähn, sagst Du, alle Schafe sind extrem cool. Stimmt schon, lass Dir aber gesagt sein: Manche sind cooler. Dieser Knuddel etwa ist ein ziemlicher Haudegen. Eines davon ist unbestritten Shaun. Der kann zum Beispiel besser tanzen als Ze Frank und auch gut singen. Darum solltest Du dringend erwägen, seine dieser Tage erscheinende Single Life’s a Treat zu kaufen. Vom Refrain gibt es sogar eine Karaoke-Version.

Zur Lage der Population

8. 4. 2007 · Nachrichten · Drucken

Früher hatte ich eine romantische Vorstellung von dem Begriff Veredelung. Naiv wie ich war, dachte ich, man könnte eine saftige Weide durch eine dekorative Schafherde veredeln, ein Auto durch sportliche Rallyestreifen oder eine Frau durch 90C-Silikonimplantate. Heute weiß ich es besser. Nämlich, dass Veredelung unter Bauern als Fachwort verwendet wird. Bauern veredeln Pflanzen, indem sie sie an Tiere verfüttern, aus denen dann Fleisch gemacht wird.

Am Anfang eines Veredelungsvorgangs könnte die eingangs erwähnte saftige Weide stehen. Nach der Veredelung ist die Weide alle, dafür bringt die dekorative und inzwischen wohlgenährte Schafherde auf dem nächstbesten Fleischmarkt als Erzeugnis der Veredelung einen guten Preis und landet dann in einer Dönerbude am Drehspieß. Weiterlesen…

Zur Sache, Schäfchen

25. 1. 2007 · Nachrichten · Drucken

Komisch: In der EU gehen die Schafbestände zurück. Das ist erstaunlich, denn nicht nur die Schafmilch boomt, auch in der Textilbranche sind unsere Dienste gefragt. Im Laufe seines Berufslebens produziert ein durchschnittliches Schaf Wolle für immerhin 3 Anzüge oder 12 Pullover. Und immer wieder erschließen wir neue Betätigungsmöglichkeiten – inzwischen kann man sogar mit Schafen bezahlen, beispielsweise Hotelzimmer. Auch auf dem Schlachthof landen nicht mehr so viele von uns: Zum einen gehen die Muslime dazu über, diesem Allah Geld statt toter Schafe zu opfern, zum anderen sind wir auch nicht dumm und hauen ab, wenn der Schlachter uns ans Leder will. Blitzschnell übrigens, denn auch in Schafkreisen wird inzwischen heftig gedopt.

80 Fäuste für ein Halleluja

6. 12. 2006 · Nachrichten · Drucken

Das ist doch mal eine - sogar wörtlich - coole Party-Location: Mein Artgenosse Shrek ist neulich zehn Jahre alt geworden und hat sich zur Feier des Tages auf einem Eisberg das Fell scheren lassen. Der Shrek ist ein richtiger PR-Profi. Als er sich das letzte Mal scheren ließ, hat mindestens ganz Neuseeland mitgefiebert.

Nicht ganz so viel, aber trotzdem so einiges Aufsehen wird das Schaf erregt haben, das in der englischen Stadt Bacup in eine Kiesgrube voller Wasser geraten war. Es konnte sich zwar auf einem trockenen Plätzchen in der gefluteten Grube in Sicherheit bringen, bewegte sich dann aber nicht mehr von der Stelle. Blöde Situation: Reichlich Getränke aber nichts zu fressen - so geht es nicht, dachte sich der Besitzer und rief die Feuerwehr, um das Tier aus der Grube retten und auf eine Weide verfrachten zu lassen. Für Fachleute ein Kinderspiel, könnte man meinen. Stimmt aber nicht. Die englische Feuerwehr hat den Auftrag sehr Ernst genommen und ist mit - sage und schreibe - 40 Feuerwehrmännern angerückt. Nach zwei Stunden gelang es, das Tier an Land zu schaffen. Anschließend mussten die sieben Löschzüge sich aufteilen: Einer hat ein brennendes Zweifamilienhaus gelöscht und sechs haben eine Katze aus einem Baum gerettet.

Born to be wild

9. 11. 2006 · Nachrichten · Drucken

Blütenweißes Fell ade: Momentan geraten immer wieder Schafe an den langen Arm des Gesetzes. In Gummersbach etwa wurde kürzlich eine unbescholtene Schafsfrau von der Polizei festgenommen und inhaftiert. Das Muttertier hatte sich zuvor aus den Fängen eines draufgängerischen Bocks befreit und war, wie es sich für eine liebende Mutter gehört, unterwegs zu ihren beiden Lämmern - auf direktem Weg, der führte halt über eine Hauptverkehrsstraße. Wieso das Schaf in Gewahrsam genommen wurde, ist mir schleierhaft, es wird doch nicht zu schnell gewesen sein? Und was mein wiederkäuender Kollege aus Plauen schlimmes angestellt haben soll, wird wohl nie ans Licht kommen. Er starb auf der Autobahn 72 im Kugelhagel (drei Schüsse aus der Maschinenpistole, in Fachkreisen auch bekannt als Bad-Kleinen-Methode).

Angesichts dieser Konflikte mit dem Gesetz, ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Schafe von der Gesellschaft abkehren. Einige haben sich jetzt der motorradfahrenden Rocker-Subkultur angeschlossen. Ein - zwar kurzer, aber ästhetisch sehr schöner - Dokumentarfilm beweist es. Und jetzt alle: Take me down to the Paradise City where the grass is green and the sheep are pretty. Take me home.

Welt im Wandel

5. 11. 2006 · Nachrichten · Drucken

Man muss sich nicht besonders intensiv mit der Wirt- und Gesellschaft beschäftigt haben, um zu wissen: Das moderne Arbeitsleben verlangt von den Werktätigen ein hohes Maß an Flexibilität. Rollenmodelle verschieben sich und die Aufgabenverteilung im Produktionsprozess ändert sich ständig. Wie so vieles ist das bei Tieren nicht anders als bei den Menschen. Schon vor einiger Zeit berichtete ich über Lamas, die zur Bewachung von Schafherden eingesetzt werden. Hunde verdingen sich derweil als Wolllieferanten - als regelmäßiger Leser weißt Du das bereits. Der Wandel geht weiter: In Australien muss jetzt ein Schäferhund umschulen, auf Pinguine.

Aus Scheiße Papier machen

16. 9. 2006 · Nachrichten · Drucken

Köddel in den Sack.
Symbolfoto: Eric Gruen (CC-Lizenz)

Erfreuliche Nachrichten aus Wales: Die Waliser sind hochgradig erfinderisch. Sie denken sich ständig lustige Ortsnamen aus. Am bekanntesten ist vermutlich der der Gemeinde Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch, aber es gibt noch mehr - der Bahnhof Golf Halt in Gwynedd etwa wurde in Gorsafawddachaidraigodanheddogleddollonpenrhynareurdraethceredigion umbenannt, nur um ins Guinessbuch der Rekorde aufgenommen zu werden. Von einem weiteren Ort, den die Einwohner liebevoll als ruhiges schönes Dorf, ein historischer Ort mit seltenen Flugdrachen, die von verdammten Rotorblättern bedroht werden bezeichnen, fange ich gar nicht erst an, denn ich will auf etwas anderes hinaus. Die Waliser sind auch anderweitig begabt, allen voran die Leute bei Creative Paper Wales - die machen Papier aus Schafsköddeln. Für Grußkarten, Hochzeitseinladungen und Briefpapier der Marke Sheep Poo Paper müssen keine Bäume mehr sterben. Halter seltener Rassen werden sogar aufgefordert, die Exkremente der eigenen Herde einzusenden, um daraus besonders edles Papier anfertigen zu lassen.

Kauft mehr Schlangenleder!

16. 9. 2006 · Nachrichten · Drucken

Wenn eine Schlange ihren Hals nicht voll genug kriegen kann und eine trächtige Aue verschluckt, dann wünsche ich ihr Hals- und Beinbruch - im Wortsinn, versteht sich. Soweit ich weiß, haben diese primitiven wirbellosen Viecher aber weder Hälse noch Beine, die sie sich brechen könnten. Leider. Die fünfeinhalb Meter lange Pythonschlange, die sich kürzlich in Malaysia ein lebendiges Schaf komplett einverleiben wollte, hat jedenfalls den Schlund zu voll genommen: Sie war bewegungsunfähig geworden und konnte die inzwischen tote Schäfin erst nach Einschreiten der Feuerwehr wieder herauswürgen. Hoffentlich haben die Feuerwehrleute aus der Schlange anschließend ein paar hübsche Handtaschen und Cowboystiefel gemacht, das geschähe ihr ganz recht.

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Ich bin ein etwa fünf Jahre altes Kuschelschaf und lebe unter Menschen. Was Du sonst noch über mich wissen musst, erfährst Du im Porträt.

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