19. 12. 2007 · Nachrichten · Drucken
Hast Du dieses Jahr die Nachrichten auf meiner Website vermisst? Gar geglaubt, ich sei zu bequem, mich tagtäglich durch die Weltpresse zu arbeiten, um Dich über die Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten und so meinem Anspruch als führendes Schaf im Internet gerecht zu werden. Dann wirst Du jetzt erleichtert aufatmen, nachdem ich mir heute erlaubt habe, für Dich auf die wichtigsten Schafsnachrichten des zu Ende gehenden Jahres zurückzublicken. Du bekommst von mir alles, was auch bei vergleichbaren Veranstaltungen im Fernsehen Quote bringt: Bizarres, Harmonie, Freud, Leid, Sex, Crime, Promis – und nicht zu vergessen: körperliche Fehlbildungen.
Der Mensch des Jahres stand schon im März fest: Ein Einwohner der amerikanischen Stadt Apex lebt den äußerst begrüßenswerten Ansatz der Gleichbehandlung von Mensch und Schaf – und zwar in seinem Haus, zusammen mit 80 Schafen. Er wohnt oben, die Schafe unten. Ein Etikettenschwindel flog im April auf, als eine Schauspielerin feststellen musste, dass ihr als Pudel gekauftes Haustier sich bei genauer Betrachtung als frisiertes Schaf entpuppte. Glück gehabt!
Schafe im Geschwindigkeitsrausch war offenbar das Motto im Frühjahr und Sommer. Nachdem im April in Blackpool ein furioses Schafsrennen veranstaltet wurde, war der Nachrichtenticker von Meldungen beherrscht, denen zufolge es immer wieder Artgenossen auf die Autobahn zog: Schafsfrau Else aus Hessen beispielsweise gab auf der A66 Gas, ein Jungbock war auf der A8 unterwegs und ein weiteres Schaf hat sich mit der Polizei eine Verfolgungsjagd auf der A4 geliefert. Tragisch, dass dieser Ausflug mit der inzwischen bekannten Bad-Kleinen-Methode beendet wurde. Seit wann wird man denn gleich erschossen, wenn man mal zu schnell unterwegs ist?
Ebenfalls im Frühjahr und Sommer sprach sich herum, dass Schafe glücklich machen und daher ideal als Geschenke geeignet sind. Camilla Parker-Bowles etwa bekam von ihrem Mann Charles zwei Schafe zum 60. Geburtstag. Noch besser hatte es ein kroatischer Fußballer, dem ein begeisterter Fan nach Abschluss einer erfolgreichen Saison für die erzielten Tore mit Schafen dankte. Es gab ein Schaf pro Tor, insgesamt 16 Stück.
Superschaf oder Krüppelkrake – darüber waren sich Laien im August nicht einig. Für Fachleute stand sofort fest: Weder noch. Das in Neuseeland mit sieben Beinen geborene Tier war zwar ein Schaf, aber leider nicht so super. Ihm fehlten wichtige Eingeweide, das Lamm musste euthanasiert werden.
Eine weitere traurige Meldung: Der auf frischer Weide und Tat ertappte Vergewaltiger eines Schafs wurde nicht zur Rechenschaft gezogen, weil das Tier keine Anzeige erstattet hat. Noch trauriger: Bei den Waldbränden, die im Sommer in Griechenland wüteten, kamen 60.000 Schafe (und Ziegen) zu Tode.
Zuguterletzt die Promis: Blondie-Sängerin Debbie Harry hat sich im Sommer Schafs-Embryos spritzen lassen, weil sie hofft, so ihre Jugendlichkeit zu erhalten. Vorsichtshalber hat sie allerdings zusätzlich auch einen plastischen Chirurgen Hand anlegen lassen. Solche Geständnisse vor der Veröffentlichung einer neuen Platte hat Madonna nicht nötig und geriet einfach so in die Schlagzeilen, weil sie sich mit bunt angemalten Schafen hat fotografieren lassen. Was daran so skandalös sein soll, haben die Kritiker allerdings nicht offenbart. Bei den lila Kühen stört das ja auch keinen. Vermutlich wurden die Tiere zu schlecht bezahlt oder mit falschen Versprechungen geködert. Es wird daher höchste Zeit für einen Mindestlohn und eine eigene Gewerkschaft der bunt angemalten Tiere, die in Film und Fernsehen arbeiten.
Schlagworte: Autobahn, Etikettenschwindel, Fehlbildung, Geburtstag, Geschenk, Hund, Kriminalität, lila Kuh, Rückblick, Skandal, wohnen
Ich bin ein etwa fünf Jahre altes Kuschelschaf und lebe unter Menschen. Was Du sonst noch über mich wissen musst, erfährst Du im Porträt.
Knuddel, ich will ein Lamm von Dir
, höre ich ständig. Damit kann ich nicht dienen. Aber mit anderen tollen Fan-Artikeln. Gratis!
Es gibt Tage, an denen schreibe ich hier tolle Artikel auf. Und es gibt Tage, da bin ich gut in Form, dann schreibe ich Meisterwerke. Wenn für Dich das Beste gerade gut genug ist und Dir Deine Zeit für die nur tollen Texte zu schade ist, dann lies doch einfach den Artikel des Moments. Ein Fisch namens Babel: Neulich habe ich einen Fisch im Internet getroffen, das war ein ganz lustiger Geselle.