8. 11. 2008 · Mein Alltag ·
Was glaubt Ihr, Freunde, wer hier gerade das Wort an Euch richtet? Genau, auf meiner eigenen Website kann das wohl nur ich selber sein, der gute alte Knuddel. Mit »alter Knuddel« habe ich mir auch gleich ein Stichwort geliefert. So fühle ich mich nämlich inzwischen manchmal: alt. Ich bin immerhin so alt, dass ich mich an Zeiten erinnern kann, in denen amerikanische Präsidenten noch weiß waren und sich nicht so kompliziert wählen lassen mussten, sondern sich auch irgendwie anders an die Macht tricksen konnten. Vorbei sind auch die seligen Zeiten, in denen ich mit strahlend weißem Fell jungen Schäfinnen nachstellen konnte und selbst mit der dümmlichsten aller in Schafskreisen denkbaren Anmachen (»Willste Bock?«) Erfolg hatte.
Ergraut wie ich inzwischen bin, trug ich mich kürzlich sogar mit Ruhestandsgedanken, die ich nur deshalb wieder verwarf, weil mein Besitzer mir freundlicherweise mitteilte, was Schafen gewöhnlich bevorsteht, wenn sie sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Und für den Drehspieß bin ich noch nicht bereit, ehrlich gesagt. Dann doch lieber mal eine Auszeit nehmen vom anstrengenden Nichtstun, mit dem ich tagein, tagaus befasst bin, und Urlaub machen.

Island wäre ein schönes Reiseziel, habe ich mir so gedacht und gleich einen Flug nach Dublin gebucht. Dublin ist zwar nicht direkt die Hauptstadt von Island, aber wenn man mit fünf Zentimeter breiten Pfoten am Computer auf Tasten drückt, kann schon froh sein, wenn man nur einen Buchstaben falsch erwischt. Irland ist ein schön grünes und ganz leckeres Land, das aber auch seine Schattenseiten hat. Es heißt, die Iren seien sehr gläubig. Ich habe dort gelernt: Das müssen sie auch sein – so wie die Leute da Auto fahren. Wie die fahren? Als ob es ihnen nicht schnell genug gehen könnte, vor den Schöpfer zu treten. Wirklich: Wenn ich einen Reiseführer über Irland verfassen müsste, würde ich den Abschnitt zum Straßenverkehr im Serviceteil mit »Die Fahrweise der Irren (Sie haben richtig gelesen)« überschreiben. Sei’s drum, die Iren nehmen das keltische Sprichwort »Das Leben ist eine Go-Kart-Bahn« halt ernst.
Davon abgesehen kann ich zu Irland sagen: Es ist schön da. So schön, dass ich mehrfach glaubte, in einer Fernsehreklame gefangen zu sein – tagsüber in einer Butterwerbung, nachts in einem Spot, dessen Atmosphäre nur durch mehrere Pints Dunkelbier angemessen gewürdigt werden kann. Einzig mit der irischen Tierszene habe ich mich leider nicht näher befassen können, weil die Viecher da nur gälisch können. Ist aber nicht so schlimm: Ich brauche keine Freunde im echten Leben, ich habe ja das Internet.
Ich bin ein etwa fünf Jahre altes Kuschelschaf und lebe unter Menschen. Was Du sonst noch über mich wissen musst, erfährst Du im Porträt.
Knuddel, ich will ein Lamm von Dir
, höre ich ständig. Damit kann ich nicht dienen. Aber mit anderen tollen Fan-Artikeln. Gratis!
Es gibt Tage, an denen schreibe ich hier tolle Artikel auf. Und es gibt Tage, da bin ich gut in Form, dann schreibe ich Meisterwerke. Wenn für Dich das Beste gerade gut genug ist und Dir Deine Zeit für die nur tollen Texte zu schade ist, dann lies doch einfach den Artikel des Moments. Knuddel in Lebensgröße: Erkenntnis: Ich habe Fans. Anders kann ich die zahllosen Briefe attraktiver Schafsfrauen nicht deuten, in denen es ständig heißt: “Knuddel, ich will ein Lamm von Dir!”